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HARNRÖHRENPLASTIK MIT EINEM GESTIELTEN LAPPEN

Für längerstreckige Verengungen im Bereich der penilen oder bulbären Urethra steht das Verfahren der Harnröhrenplastik mit einem gestielten Lappen zur Verfügung. Verwendet werden hierfür vor allem Lappen aus der Präputialhaut oder der Penishaut. Die Gewinnung von Transplantaten aus der Skrotalhaut wird aufgrund von Komplikationen, die durch die Behaarung des Hautlappens bedingt sind, als obsolet angesehen. Entscheidend für den Erfolg des Eingriffs ist die Qualität der Durchblutung und die freie Beweglichkeit des Hautlappens.1

Eine Durchblutungsstörung des Transplantats kann zu einer Nekrose desselbigen führen, welche häufig mit einer Restrukturierung oder Fistelbildung verbunden ist. Von derartigen Komplikationen wird in 15-30 % der Fälle berichtet.2 Außerdem kann die Entnahme von Penishaut zu einer Minderperfusion der verbliebenen Haut sowie zu einer Infektion des Operationsgebiets führen. Vor allem im Langzeitverlauf muss aufgrund der Eigenschaften der verwendeten Hautlappen mit Komplikationen gerechnet werden. Da das Transplantat ständiger Feuchtigkeit ausgesetzt ist, kann es zu einer kontinuierlichen Ausdehnung kommen, die zu Restharnbildung und Nachtröpfeln nach Miktion führt. Aufgrund der hieraus resultierenden Rezidive wird die Harnröhrenplastik mit einem gestielten Lappen zunehmend seltener angewendet.3 Des Weiteren zeigen retroperspektive Studien, dass die Transplantation von Mundschleimhaut das weitaus vielversprechendere Verfahren darstellt.

1 Knispel HH. Harnröhrenstrikturen. In: Jocham D u. Miller, K. Praxis der Urologie. In zwei Bändern. Band II. 3,. überarbeit. und erw. Auflage. Georg Thieme Verlag. Stuttgart. 2007.
2 Ebd.
3 Fiala R, Vidlar A, Vrtal R, Belej K,Student V. Porcine small intestinal submucosa graft for repair of anterior urethral strictures. Eur Urol 2007; 51: 702–8.