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Komplikationen und Rezidivgeschehen in der Harnröhrenchirurgie

Publication – Komplikationen und Rezidivgeschehen in der Harnröhrenchirurgie. Ergebnisse der einzeitigen Harnröhrenplastik mit Mundschleimhaut im St.Hedwig-Krankenhaus

Fragestellung :

Die Harnröhrenplastik (HR-Plastik) mit Mundschleimhaut (MSH) wird seit fast 20 Jahren zur Behandlung rezidivierender Harnröhrenengen durchgeführt. Wir untersuchten die Ergebnisse der HR-Plastiken, die im Zeitraum von 2000 bis 2010 in unserer Klinik mit diesem Verfahren behandelt wurden.

Methodik :

In dem genannten Zeitraum wurden 289 einzeitige HR-Plastiken mit MSH bei Männern (18 – 89 Jahre, ø 54,9) durchgeführt. In der Nachkontrolle erfolgten: Uroflow, Restharn und Ausfüllen eines umfangreichen Fragebogens. Domänen sind subjektives Empfinden des Therapieerfolges, Beschwerden an der Entnahmestelle, IPSS, Kontinenz, Erektile Dysfunktion, Lebensqualität und postoperative Früh- bzw. Spätkomplikationen. Bei einem IPSS ≥ 15 und einem Uroflow < 12ml/s erfolgt eine weitergehende Abklärung bzgl. eines Rezidives.

Ergebnisse:

289 Patienten wurde in die Studie eingeschlossenen: In der Mehrzahl der Fälle gab es keine eindeutige Ursache der HR-Striktur (idiopathisch n=121); transurethrale Eingriffe, wie die TUR-P, erwiesen sich als die häufigste zu eruierende Ursache (n=75). Bei 37 Pat. (14%) handelte es sich um eine primäre Harnröhrenplastik. Im Durchschnitt wurden bei 204 Pat. 2,1 (1-20) transurethrale Voroperationen (U.i.) durchgeführt. 55 Patienten erhielten vor der MSH-Plastik eine offenchirurgische HR-Plastik (am häufigsten Schwenkhautlappen, n=20). Im Mittel sind die Patienten 2,76x voroperiert worden.

Die intraoperative Strikturlokalisation lag bei 212 Pat. bulbär, Pars penis 28x. multilokulär 38x. Die mediane Graft-Länge betrug 5cm. Bei 245 Pat. fand das ventrale Onlay Verwendung, dorsal 26x. Die Entnahme der MSH erfolgte bei 135/133/2/4 Pat. an der Unterlippe/ Wange/beide Lokalisationen/Oberlippe.

Aktuell wurden 61 Patienten nachuntersucht. Die Frühkomplikationen im Bereich der HR-Plastik setzten sich aus 4 Nachblutungen ohne Nachoperation sowie einer nicht urologischen Komplikation (Herzinfarkt) zusammen. Bei den Spätkomplikationen stand die Impotenz (4x) und Inkontinenz (1x) im Vordergrund. Es gab 7 Komplikationen im Bereich der MSH-Entnahmestelle (3 Nachblutungen ohne OP, 2x Sensibilitätsstörungen und 2x größere Vernarbungen). Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung hatten 17 Patienten einen Flow < 12 ml und den Verdacht auf ein Rezidiv. Gesichert wurden 12 Strikturrezidive mit 7 Folgeoperationen. Im Median hatten die Patienten einen Flow von 17,8 ml/s, einen Restharn von 20ml und einen IPSS von 6. Mit dem postoperativen Ergebnis waren 87% der Patienten zufrieden.

Schlussfolgerung :

Zur Behandlung eines Harnröhrensstrikturrezidives bietet sich das komplikations- und rezidivarme offenchirurgische Vorgehen mit einem MSH-Transplantat an. Bereits heute erfolgt eine Reduktion der Komplikationen im Bereich der MSH-Entnahmestelle durch die Nutzung von autologem Zelltransplantat (z.B. MukoCell) zur Harnröhrenrekonstruktion. Diesbezüglich sind bereits weitere Studien in unserem Hause begonnen worden.

Quelle: http://www.nordkongress.de/abstracteinsicht.php?key=18

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