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Erfolg mit autologem Graft bei Urethrastrikturen

Mit einem autologen Zelltransplantat auf der Basis von Mundschleimhaut wurden bei Urethrastrikturen erste Erfolge erzielt.

DRESDEN (gvg). Ein neues regenerativ-therapeutisches Verfahren ermöglicht eine schmerz- und komplikationsarme Behandlung von Patienten mit Strikturen der Urethra. Zum Einsatz kommt ein autologes Zelltransplantat auf der Basis von Mundschleimhaut.

Das MukoCell® genannte Transplantat ist nach Angaben des in Dresden ansässigen Herstellers MukoCell GmbH das weltweit erste Tissue Engineering-Produkt in der Urologie.

Zur Gewinnung der Mundschleimhautzellen wird unter lokaler Betäubung ein lediglich 0,4 mal 0,8 Zentimeter großes Stück Mundschleimhaut entnommen.

Die Zellen werden danach isoliert, in vitro expandiert und schließlich auf eine kollagenhaltige Trägersubstanz aufgetragen. Nach drei Wochen erhält die Klinik die Transplantate und kann sie dann implantieren.

Gedacht ist das Verfahren für Patienten, bei denen Urethrastrikturen durch einfache Schlitzung der Engstellen nicht dauerhaft beseitigt werden können.

„Bei diesen Patienten werden bisher meist konventionelle Mundschleimhautplastiken eingesetzt“, betonte Professor Dirk Fahlenkamp, Klinik für Urologie, Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz bei einer Veranstaltung des Unternehmens in Dresden.

Das konventionelle Verfahren sei allerdings sehr belastend, weil großflächig Mundschleimhaut abgetragen werden muss. Bei dem neuen Verfahren könnten die Patienten dagegen zwei Stunden nach der Biopsie wieder normal essen.

Dass der autologe Graft einwächst und hinreichend stabil ist, konnten Fahlenkamp und seine Kollegen in Großtierversuchen am Schwein demonstrieren.

Mittlerweile wurde bei 16 Patienten in Chemnitz, Hamburg und Leipzig eine Urethroplastik unter Einsatz der autologen Grafts durchgeführt. Der maximale Beobachtungszeitraum liegt bei 14 Monaten. Nur zwei Patienten erlitten bisher ein Rezidiv.

Basierend auf diesen ersten Daten sei die Erfolgsrate des neuen Verfahrens damit ähnlich oder eher besser als bei der Implantation nativer Mundschleimhaut, so der Experte aus Chemnitz.

Im nächsten Schritt sollen die bisherigen Studienergebnisse jetzt durch Studien untermauert und das Verfahren sukzessive weiteren Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Denkbar sei auch ein Einsatz der autologen Grafts bei Harnleiterersatzoperationen, sagte Fahlenkamp.

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